Bio-Grüße aus Kenia: Ein Gastbeitrag von Ina

Liebe Gartenfreunde,

heute wende ich, Vreni’s Tochter und Betreiberin dieses Blogs, mich einmal direkt an euch. Ich bin derzeit in Kenia, wo ich letzte Woche an der ersten afrikanischen Agrarökologie-Konferenz teilgenommen habe. Fast 500 Menschen kamen aus der ganzen Welt zusammen, um sich darüber auszutauschen, wie das landwirtschaftliche System in Afrika nachhaltiger gestaltet werden kann. Hier überwiegen kleinbäuerliche Strukturen, viele Farmen sind nicht größer als der Garten meiner Mama. Doch vermeintlich billige Pestizide, angeblich ertragssteigernde chemische Düngemittel und genmanipuliertes Saatgut sind auf dem Vormarsch. Wenn Kleinbauern einmal auf das angebliche Chemie-Wunder hereingefallen sind, erscheint der Weg zurück zur biologischen Landwirtschaft oft unmöglich, da die Böden kaputt und die Pflanzen „wie auf Droge“ nach mehr Chemie schreien. Ein Teufelskreis, der strukturschwache Regionen in mehr Abhängigkeit und Armut stürzt und die Umwelt vergiftet.

Podiumsdiskussion Agrarökologie Konferenz Nairobi / Kenia

Doch die Konferenz macht Hoffnung und Mut. Statt nun zu sehr journalistisch auszuschweifen, möchte ich zwei sehr konkrete Informationen mit euch teilen:

PUSH-PULL-METHODE

Der Push-Pull-Ansatz bestätigt das, was ihr von meiner Mama über Schädlinge, Nützlinge und „Nachbarschaftspflege“ im Garten gelernt habt: pflanzt nicht einfach drauf los, sondern plant klug, welche Pflanzen nebeneinander wachsen dürfen. Hier in Afrika wird die Methode schon seit Jahren erfolgreich angewendet, vor allem beim Mais- und Hirseanbau, da beides wichtige Grundnahrungsmittel sind.

„Push“ ist englisch für „vertreiben/abstoßen“. Zwischen den Hirse- oder Maisreihen wird die Hülsenfrucht Desmodium gepflanzt, die durch ihren Geruch den bedrohlichsten Fressfeind (die Stängelbohrer-Motte) vertreibt. Außerdem hält Desmodium die Feuchtigkeit im Boden, bedeckt diesen, speichert Stickstoff und reduziert das ertragsmindernde Unkraut Striga.

„Pull“ ist englisch für „anziehen“. Um die Felder herum wird Napiergras oder Brachiaria gepflanzt, beides Futtergräser welche die Motten aus dem Feld herauslocken – Pull. Die Larven der Schädlinge ersticken dann in der klebrigen Blattmilch. Napiergras, Brachiaria und Desmodium sind ausserdem willkommenes und gesundes Zusatzfutter für das Vieh.

Der Unterschied ist klar sichtbar: Links: Mais-Anbau mit Push-Pull-Methode, rechts: Anbau ohne Push-Pull.
Foto: www.biovision.ch

HASENURIN

Eigentlich dacht ich, es wäre ein Witz, aber Hasenurin ist als natürliches Pflanzenschutz- und Bio-Pestizid in aller Munde (brrr fiese Vorstellung!). Er wird fermentiert und z.B. mit Spinat vermischt. Das sich daraus ergebende Mittel kann sowohl vorbeugend als auch bei aktutem Insektenbefall auf die Pflanzen gesprüht werden. Der Spinat soll dabei angeblich dafür sorgen, das das Mittel an der Pflanze haftet.

Wer von euch hat Hasen und kann das mal für uns alle ausprobieren?

Foto: www.businessinsider.com

Liebe Grüße aus Kenia

Ina

3 Gedanken zu „Bio-Grüße aus Kenia: Ein Gastbeitrag von Ina“

  1. Liebe Ina, wir haben 2 Hasen. Und natürlich bin ich gerne bereit zu helfen. Aber die Vorgehensweise ist mir nicht ganz klar. Gerne kannst Du mich kontaktieren. LG Silke

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  2. Liebe Gartenfreunde. Ich konnte herausfinden, dass man auch Urin von Menschen oder anderen Tieren verwenden kann. Eine genauere Anleitung wurde mir versprochen, ich warte noch darauf. Es bleibt spannend!

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