Goldgräberei: wie ich meinen Komposthaufen aufsetze

Der Kompost wird zurecht auch als das „Gold des Gärtners“ bezeichnet: er ist nicht nur eine praktische Entsorgungslösung für Küchen- und Gartenabfälle, sondern bereichert auch – ganz biologisch – unseren Boden. Damit er gelingt, im folgenden ein paar Tipps.

Unser Herbstkompost Ende Oktober kurz vorm Umsetzen. Er ist gerade mal 4-5 Wochen alt.
Hier haben wir die Holzumkleidung abgenommen, so sieht man die Schichten besonders gut.

Der richtige Platz für den Kompost

Es ist wichtig, einen guten Platz für den Kompost zu finden. Idealerweise nicht zu weit vom Haus entfernt, damit der Weg dorthin nicht zu lang ist, aber auch nicht zu nah am Haus dran, weil er gelegentlich etwas „duften“ kann. Damit es im Sommer nicht zu trocken wird, empfehle ich einen Platz im Schatten. Ich habe einen Kompost (siehe Foto) in Hausnähe unter einem Birnbaum, und einen weiteren hinter dem Haus unter einem Holunderstrauch.

Eine gute Grundlage

Es sollte immer offener Boden unter dem Kopost sein, kein Beton oder Stein. Denn nur so können die Kompostwürmer ihren Weg dorthin finden oder sich bei zu viel Hitze oder Kälte in tiefere Schichten zurück ziehen.

Was darf auf den Kompost?

Bei mir kommen fast alle Küchenabfälle auf den Kompost, bis auf Zitrusfrüchte und Avocadoschalen – meine Würmer scheinen diese nicht zu mögen. Besonders lieben sie hingegen Kaffeesatz, Teereste, Zwiebelschalen, Möhrenabfälle und Apfelreste. Beim Umsetzten finde ich hier manchmal ganze Klumpen von Würmern, sodass ich Günter auch mal ausnahmsweise welche zum Angeln abgeben kann.

Gartenabfälle, Blätter und Rasenschnitt (letzter aber nicht in zu großen Mengen) dürfen ebenfalls in die „Schatzkiste“. Da wir in Zilshausen einen Grünabfuhrplatz haben, bringen wir Äste mit Dornen, Kohlstrünke und anderes sperriges Material lieber dorthin, denn diese würden den Verrottungsprozess dann doch sehr verlangsamen.

Ich habe zudem das Glück, bei uns im Ort regelmäßig Pferdemist zu bekommen. Dieser wird mir mit einem Miststreuer bis in den Garten gebracht – so sind das Stroh und die Pferdeäpfel schon klein gehäckselt. Davon streue ich immer mal eine Schubkarre in den Kompost, das beschleunigt die Verrottung. Ich habe gelesen, dass Rindermist am Besten wäre, wer also welchen besorgen kann: nur zu! Auch Urin darf gerne auf den Kompost, er enthält Kalium, Magnesium und viel Stickstoff.

Ich gebe außerdem einmal pro Woche eine Schaufel gemahlene Pflanzenkohle und eine Handvoll Gesteinsmehl hinzu – meine Geheimzutaten im Garten!

Asche aus dem Kamin ist hingegen eine umstrittene Sache, denn je nach Herkunft des Holzes kann sie gesundheitsschädliche Schwermetalle enthalten. Ich weiß zum Glück wo unser Holz herkommt und streue daher ab und zu kleine Menge Asche in den Kompost, den Rest gebe ich zu meinen Sträuchern, Bäumen oder ins Blumenbeet.

Wichtig ist auch, immer mal wieder trockenes Material unterzumischen, denn wenn der Kompost zu nass ist, geht die Verrottung nicht zügig voran. Ich reiße zum Beispiel Pappe und Packpapier in Stücke und gebe sie dazu. Auch Zeitungspapier eignet sich inzwischen, da die Druckerschwärze kein Blei mehr enthält. Nur von Hochglanzprospekten rate ich euch ab, weil hier die Druckfarben oft Schwermetalle enthalten.

Kompost aufbauen und umsetzen

Beim Aufbauen des Komposts nehme ich immer mal wieder einen Spaten zur Hand, mit dem ich alles locker durchsteche. So werden auch gröbere Teile klein gemacht. Auch als „Frühsport“ eignet sich das Kompostieren: heute morgen habe ich meinen Kompost schon als Trampolin benutzt 😉 So wird das Material verdichtet.

Ist der Kompost voll, setze ich ihn um. Dabei kommt die obere, weniger verrottete Schicht nach unten, es kommt Sauerstoff dazu und alles wird richtig durchmischt. Aber seid vorsichtig: oft sind es nicht nur die Würmer, die sich hier angesiedelt haben. Schaut, was Ina und ich vor ein paar Wochen beim Kompost Umsetzen entdeckt haben:

Kompostieren im Winter

Wenn es draußen kälter wird, verlangsamen sich die Verrottungsprozesse im Komposthaufen. Zudem fallen kaum noch Gartenabfälle an. Deshalb kam ich letztes Jahr auf die Idee, meine große Brennesseljauchentonne (mit Deckel) in den Keller zu stellen und meine Küchenabfälle dorthin zu bringen. Nebendran stehen ein Eimer mit Pflanzenkohle und Gesteinsmehl sowie eine Gießkanne mit verdünntem EM. Im Frühjahr hatte ich so wunderbare Terra Preta – und das ganz ohne Würmer. Die Zersetzungsarbeit übernehmen hier die Mikroorganismen. Weil diese am liebsten „anaerob“, d.h. ohne viel Sauerstoff arbeiten, den Behälter immer gut verschließen!

Vielen Dank für’s Lesen!

eure Vreni

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