Die heißen Hundstage: Hochzeit für Erdflöhe, Kohlweißling und Spinnmilben im Garten

Liebe Gartenfreunde,

in der Zeit vom 23. Juli bis 23. August haben die heißen Tage bei uns in Europa sogar einen besonderen Namen: die Hundstage. Und das nicht etwa, weil es uns und unseren Gärten aufgrund der Hitze manchmal hundeelend zumute ist, sondern weil sich zu Zeiten der alten Römer während dieser 31 Tage allmählich das Sternbild „großer Hund“ am Nachthimmel abzeichnete. Was bringt uns dieses Wissen? Herzlich wenig, denn dadurch wird es im Garten auch nicht kühler oder nasser.

Wann soll ich gießen?

Während wir bei uns im Haus an den Hundstagen die Rolläden herunter lassen, haben die Pflanzen nur ihre Blätter – und die sind zum Teil schon sehr verbrannt. Angeblich soll nun die beste Gießzeit nachts zwischen drei und vier Uhr morgens sein, weil der Boden dann am kühlsten ist und das Wasser tiefer in die Erde zu den Wurzeln sickert und weniger schnell verdunstet. Ich tue ja so einiges für meinen Garten, aber dafür mitten in der Nacht aufstehen? Nein. Ich gieße zwar auch früh am Morgen, bei allzu starker Hitze jedoch auch abends damit die Pflanzen wenigstens noch ein Weile was von dem Wasser haben. Dabei sollte man allerdings darauf achten, dass die Blätter trocken bleiben – also eher keinen Rasensprinkler verwenden, sondern besser von Hand gießen. Gerne würde ich nun Endivie auspflanzen und Feldsalat, Spinat oder zumindest eine Gründüngung säen – aber es ist einfach zu trocken, und das kostbare Wasser gebe ich nun lieber den Pflanzen, die bereits gewachsen sind.

Kohlweißling und Erdflöhe machen dem Kohl den Garaus

Mein Kohl sieht zum Erbarmen aus. Nicht nur die Erdflöhe sind bei heißem und trockenem Wetter ungemein gefräßig. Auch der hübsche Kohlweißling wird nun zur Plage: er heftet seine Eier am liebsten direkt an die Unterseiten der Kohlblätter und sobald die Raupen schlüpfen ist ihr Hunger nicht zu stillen. Ich habe nun Tomaten-Geiztriebe (unfruchtbare Seitentriebe) zwischen die Kohlpflanzen gesetzt, denn ihr Geruch irritiert den Kohlweißling. Dasselbe funktioniert übrigens auch mit Sellerie. Einmal mehr sehen wir an diesem Beispiel: Mischkulturen – wenn richtig kombiniert – haben gegenüber Monokulturen einfach die Nase vorn. Ob sich mein Kohl nun nochmal erholt? Ich gebe noch nicht auf und werde ihn nun auch nochmal mit Wermut-Rainfarntee spritzen.

Tolle Tomaten, kräftiger Kürbis

A propos Tomaten: anders als letztes Jahr, als ich mit der Pilzkrankheit Braun- bzw. Krautfäule gekämpft habe, sind meine Pflanzen in diesem Jahr gesund geblieben. Ob das wirklich den Ringelblumen zu verdanken ist die ich noch dazu gepflanzt habe? Zusammen mit Zucchinis, Paprika, Zwiebeln und Knoblauch mache ich aus den Tomaten unter anderem leckeres Ratatouille. Die Sorte Ochsenherz – eine sehr alte Tomatensorte die einem Ochsenherz übrigens wirklich erstaunlich ähnlich sieht – überrascht mich dieser Tage ganz besonders mit ihren riesigen Früchten. Eine brachte 761 Gramm auf die Waage – üblich sind um die 500 Gramm. Erstaunlich, dass die zarten Äste das Gewicht überhaupt tragen können!

Erstaunt bin ich auch über einen Kürbispflanze auf meinem Kompost. Sie kam ganz von allein, bekommt außer dem spärlichen Regen kein extra Wasser von mir und hat trotzdem schon ganz schöne Kürbisse. Obwohl der Kürbis ursprünglich aus Mittel- und Südamerika kommt, braucht er eigentlich mehr Wasser. Liegt es daran, dass der Kompost mehr Wasser speichert? In jedem Fall scheint er meinen Humus zu lieben.

Die Gurke und die Spinnmilbe

Wochenlang hat meine Gurke so viele Früchte getragen, dass ich sogar jede Menge verschenken konnte. Doch dann bekam sie von unten her gelbe Blätter und ein genauer Blick auf die mit einem weißlichen Gespinst überzogenen Blattunterseiten verriet: die Spinnmilbe hatte zugeschlagen. Genau wie die Erdflöhe liebt sie es heiß und trocken, und Gurkenblätter sind ihre absolute Leibspeise. Ich werde auch hier nochmal mit Rainfarn-Wermut-Tee und zusätzlich mit EM spritzen, vielleicht kann ich noch etwas retten. Tipp zur Mischkultur für die Zukunft: angeblich mögen Spinnmilben Kräuter wie Dill, Knoblauch oder Schnittlauch nicht.

Noch mehr Blumen für Insekten

Meine Insekten können während der Hundstage noch von meiner Phacelia (Bienenweide) zehren, die ich im Mai in ein Beet als Gründüngung gesät hatte. Meinen Staudengarten werde ich im Herbst mit noch mehr Lavendel, Storchenschnabel und Sonnenbraut bestücken. Da haben die Insekten dann auch was davon und ich muss da nicht immer gießen.

Während ich aus der Apfelsorte Gravensteiner (meiner Meinung nach der beste Frühapfel!) dieser Tage bereits das erste frische Apfelkompott koche sende ich euch beste Grüße aus Küche und Garten, und dass ihr alle die Hundstage gut übersteht.

Alles Liebe

Eure Vreni

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